„Deutschland am Montag…

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…Bild am Montag“. Bild am Montag, das ist schon seit Jahren, eigentlich: Seit sich das gern und vor allem womit? Genau: Mit Recht als „ehemaliges Nachrichtenmagazin“ bezeichnete, mittlerweile auf dem Niveau von „Stern“, dem ehemals von ihm selbst belächelten „Focus“ und, ja: „Bild am Sonntag“ so zielsicher angekommene Heft mit dem apfelsinfarbenen UmschlagCover entschlossen hat, statt schwarzweißer eben – dem sich vermeintlich wandelnden Leserwillen (der in Wirklichkeit nichts als die wachsende Gier der Herausgeber, doch auch ein dickeres Stückchen vom einstmals eher kritisch beäugten Kapitalkuchen abzubekommen, war, und sei es auf Kosten der, wiederum: einstmals als höchstes Gut betrachteten investigativen Journaille) beugend – nun auch bunte Bildchen zu drucken, meine bevorzugte Bezeichnung für das heute nur noch als Teil eines breitgefächerten und professionell zusammenge- und wieder verkauften InformationsUnterhaltungsportfolios allmontäglich erscheinende Holzmedium im Heftformat aus einem Hamburger Verlagshaus.

Ich gebe zu, daß erstens: Sätze der vorstehenden Länge und Schachteltiefe eine Zumutung für jeden Leser sind und, vor allem!, zweitens: der Vergleich hinkt. Während die „BamS“ nämlich bei aller ihr gebührenden Verachtung noch nie einen Hehl daraus gemacht hat, daß ihr seriöse Recherche meilenweit am A…schermittwoch vorbeigeht und Unterhaltung und Auflage die entscheidenden Kriterien sind, tut „BamM“ wie ein störrischer alter Maulesel, der sich für einen Traberhengst hält, unverdrossen so, als sei es das papiergewordene Manifest unantastbarer journalistischer Heiligkeitstugend wie es kein zweites geben könnte (Update: außer in diesem rechtsfreien Parallelweltdingens da).

Wenn da nur nicht die Wirklichkeit wäre, in deren schnödem Bühnenbild dieses warnfarbene Möchtegernenthüllungsmedium mittlerweile schon unstrittig attraktive Jungredakteurinnen im seichten Frühstücksfernsehen ihre fremdschämenswerte und völlig anachronistische TitelgeschichteCoverstory anpreisen lassen muß.

Nicht, daß das jetzt der erste oder gar der einzige große bratzendämliche Schnitzer des Verlags an der Brandstwiete gewesen wäre – nach so vielen Schachtelsätzen mache ich es kurz: „Spiegel“ auf Papier gekauft? Schon lange nicht mal mehr fürs Scheißhaus. Spiegel Online in meinen Lesezeichen fürs „Netz ohne Gesetz“? Seit fünf Minuten: Geschichte. Tschüß!

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Eine Antwort to “„Deutschland am Montag…”

  1. BGH erlaubt rechtswidrige Strafermittlungen « BRD 2.0 Says:

    […] Das hat auch kaum einer bemerkt! Das ehemalige Nachrichtenmagazin “Bild am Montag” sieht darin nur eine neue Definition, was denn eine terroristische Vereinigung sei. Schließlich […]

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