Traurig, aber wahr!

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Robert Enke ist tot. Offensichtlich wählte Robert Enke – frei nach Nietsche – den Freitod. Mein Mitgefühl gilt der Familie und den engsten Freunden von Robert Enke. Nach dem Tod der Tochter in den letzten Jahren ist dies für die Hinterbliebenen ein neues schwer zu ertragendes Erlebnis.

Es ist klar ein trauriges Ereignis bezüglich eines Profifußballers, der beste Chancen hatte, als 1. Torwart der DFB-Auswahl bei den kommenden Fußballweltmeisterschaften in Südafrika teilnehmen zu können. Aufgrund des großen Interesses der Deutschen am Fußball war Robert Enke somit eine öffentliche Person. Es ist ein trauriges Ereignis – wahrlich.
Jedoch ist es für mich absolut nicht nachvollziehbar, wieso einem toten deutschen Profifußballer ein größeres Interesse als den wahren Herausforderungen unseres Landes beigemessen wird.

Die ARD überträgt einen ökumenischen Trauergottesdienst aus Hannover. Der Team-Manager der DFB-Elf weint öffentlich vor laufenden Kameras. Natürlich soll er trauern dürfen, aber muss die Journaille das auch noch filmen? Ist diese Form von Trauer nicht ein zutiefst privates Empfinden?

Es gibt in unserem Land wichtigere Dinge. Beispielsweise sollte man doch über die Finanzpolitik der Bundesregierung heulen. Ein weiteres Beispiel ist die Einschränkung der Grundrechte aller Menschen. Ebenso traurig sind der ganze Lobbyismus, der sich in der Politik breit gemacht hat, das absolute Desinteresse an einem ernsthaften Klimaschutz, das absolute Desinteresse an der Haltung der Bevölkerung zur Kernenergie usw. Man hätte eigentlich Grund, den ganzen Tag zu heulen. Stattdessen heult man um den Tod eines Menschen, den nur die engste Familie und die engsten Freunde und Bekannten kannten. Ich wußte von Robert Enke nur, dass er Torwart des Fußballvereins Hannover 96 und Torwart bei der DFB-Elf war. Ich kannte ihn nicht. Ich bin mir aber schon des traurigen Ereignisses bewußt.

Doch statt den ganzen Tag zu heulen, kämpfe ich politisch gegen die oben angesprochenen Dinge. Das hat für mich Priorität. Der Tod eines Menschen ist ein Ereignis, wo das Leben kurz Pause zu machen scheint. Der Tod einer öffentlichen, aber mir unbekannten Person ist für mich nur wenig relevant, da es keine Auswirkung auf mich hat. Es gibt wichtigere Dinge.

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